Open Access bedeutet, dass wissenschaftliche Literatur im Internet dauerhaft ohne finanzielle, technische oder gesetzliche Barrieren zugänglich ist. Forschungsergebnisse können als Volltexte gelesen, gespeichert und vervielfältigt werden. Einige Forschungsförderungsorganisationen haben das Publizieren in Open Access EU-weit bereits als Standard festgelegt und unterstützen OpenAire (Open Access Infrastructure for Research in Europe), ein Informationssystem, das Metadaten aus der Forschung bündelt.
Open Access umfasst verschiedene Publikationsmodelle, die sich nach dem Zeitpunkt der freien Zugänglichmachung der wissenschaftlichen Werke unterscheiden.
Der goldene Weg bezeichnet die unmittelbare Open-Access-Publikation in Zeitschriften oder als Monographie, die einem vergleichbaren Qualitätssicherungsprozess wie die konventionellen Publikationsformen unterliegen.
Der grüne Weg bezeichnet die nachträgliche Open-Access-Bereitstellung bereits publizierter Werke auf institutionellen oder fachspezifischen Repositorien nach Ablauf einer Embargofrist. Der Open Policy Finder bietet Autorinnen und Autoren eine Möglichkeit, die Lizenzbedingungen vieler Verlage nachzuschlagen und zu prüfen, ob und unter welchen Bedingungen eine Zweitveröffentlichung (z.B. auf dem Repositorium OPUS Passau) erlaubt ist.
Einen Überblick über die Open-Access-Wege bietet das Open Access Network.
Reine Open-Access-Zeitschriften beinhalten ausschließlich Artikel, die unmittelbar bei Veröffentlichung der Zeitschrift kostenlos und ohne Einschränkungen weltweit zugänglich und nachnutzbar sind (goldener Weg des Open Access). Beiträge in solchen Zeitschriften erscheinen typischerweise unter einer von den Autorinnen und Autoren vergebenen Creative-Commons-Lizenz. Die Publikation im Open Accenss führt zu einer besseren Sichtbarkeit der Forschungsergebnisse und einer höheren Zitationsrate.
Hybrider Open Access bezeichnet die Vermischung von Closed- und Open-Access-Inhalten bei Zeitschriften, welche zunächst dem klassischen Subskriptionsmodell folgen, es zugleich Autorinnen und Autoren aber gegen die Zahlung von APCs ermöglichen, ihre Artikel 'freizuschalten'. Hierdurch ergibt sich üblicherweise eine Doppelfinanzierung der Inhalte.
Vereinzelt, insbesondere bei Monographien, taucht der Begriff auch auf, um auf das parallele Erscheinen als (kostenpflichtige) Print- und (reine Open Access) Online-Version.
Publish-and-Read-Vereinbarungen (auch PaR) sind eine Möglichkeit zur Finanzierung wissenschaftlicher Zeitschriften. Die Universitätsbibliotheken zahlen dabei nicht nur für das Lesen („read”) der Inhalte wie bei klassischen Abonnement-Zeitschriften (sog. Subskriptionszeitschriften), sondern auch für das Open-Access-Publizieren („publish”) ihrer Universitätsangehörigen.
Das Projekt DEAL verhandelt im Auftrag deutscher wissenschaftlicher Einrichtungen transformative Publish-and-Read-Vereinbarungen, um bundesweit die Informationsinfrastruktur zu stärken und das Veröffentlichen im Open Access zu ermöglichen. Hierzu wurden bereits Verträge mit den größten wissenschaftlichen Verlagen, Wiley, Springer Nature und Elsevier, geschlossen.
Angehörige der Universität Passau erhalten dadurch Zugriff auf die E-Journal-Portfolios dieser Anbieter, Veröffentlichungen in hybriden Zeitschriften werden pauschal finanziert und zentral abgerechnet. Für das Publizieren von Artikeln in reinen Open-Access-Zeitschriften werden Rabatte gewährt.
Beim Publizieren in Open Access Zeitschriften können Gebühren anfallen, welche als Article Processing Charges (APCs) bezeichnet werden. Analog zu den APCs gibt es für Monographien und Sammelwerke Book Processing Charges (BPCs).
Die Universität Passau unterstützt universitätsangehörige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler durch die (ggf. anteilige) Übernahme von Publikationsgebühren aus Mitteln des Open-Access-Publikationsfonds und durch bestehende Publish-and-Read-Vereinbarungen mit Verlagen. Die Unterstützung gilt für Artikel in qualitätsgeprüften Zeitschriften und Monographien, die unter Open-Access-Bedingungen veröffentlicht werden.
Open-Access-Publikationen umfassen neben Artikeln auch ganze Monographien oder andere Formen wie Forschungsdaten. Bei Artikeln und Monographien stellt sich die Frage nach dem geeigneten Verlag bzw. Journal, während Forschungsdaten überwiegen auf Repositorien veröffentlicht werden.
Das Repositorium OPUS Passau bietet allen Universitätsangehörigen die Möglichkeit zur digitalen Veröffentlichung wissenschaftlicher Publikationen.
Für die Recherche nach geeigneten Verlagen und Journals bietet sich der oa.finder an.
Das DOAJ (Directory of Open Access Journals) bietet einen verlässlichen Überblick über qualitätsgesicherte Open-Access-Zeitschriften, die Checkliste von Think.Check.Submit bietet alternativ eine Möglichkeit, die Seriosität von Journals zu überprüfen. Verlage für die qualitätsgeprüfte Publikation von Open-Access-Büchern finden Sie im DOAB (Directory of Open Access Books) und in der OAPEN Library.
Alle Universitätsangehörige haben die Möglichkeit, ihre wissenschaftlichen Publikationen kostenlos digital auf dem Repositorium OPUS Passau zu veröffentlichen. Promovierende können mit dem Hochladen ihrer Dissertation auf OPUS der Veröffentlichungspflicht nachkommen.
Als fachunabhängiges Repositorium für die Veröffentlichung von Publikationen und Forschungsdaten eignet sich Zenodo. Daneben gibt es auch zahlreiche fachspezifische Repositorien. Hier kann der Repository Finder von re3data weiterhelfen. Open-Access-Repositorien finden sich auch im Directory of Open Access Repositories (Open DOAR) sowie im Registry of Open Access Repositories (ROAR).
Einige Verlage missbrauchen den Gedanken des Open Access, indem sie kein oder nur ein ungenügendes Qualitätssicherungsverfahren bieten, aber trotzdem APCs erheben. Die Forschungsleistungen werden somit ohne die Einhaltung wissenschaftlicher Qualitätsstandards (z.B. Peer-Review oder Indexierung) direkt veröffentlicht. Dieses Predatory Publishing kann der Reputation von Autorinnen und Autoren sowie deren zugehöriger Institution schaden.
Gerade bei weniger bekannten Open-Access-Zeitschriften empfehlen wir daher vor Einreichung eines Beitrags eine genaue Prüfung.
Folgende Indizien sprechen für die gesicherte Qualität einer Open-Access-Zeitschrift:
Weitere Anhaltspunkte bietet die Website Think. Check. Submit.. Einen detaillierteren Einblick in die Thematik bietet eine Präsentation des Forschungszentrums Jülich: Predatory Publishers - Erfahrungen und Empfehlungen (Wintermeier, M., 2018).
Persistente Identifikatoren dienen dazu, Objekten im Internet eine dauerhafte Adresse zuzuweisen. Genutzt werden hierzu vor allem DOI (Digital Object Identifier) und URN (Uniform Resource Name) für Veröffentlichungen und ORCID (Open Researcher and Contributor ID) für Personen. Mit Hilfe persistenter Identifikatoren kann zwischen Artikeln, Personen und Institutionen eine eindeutige Zuordnung und Verknüpfung geschaffen werden.
Ein Vorteil von Open-Access-Publikationen ist, dass die Autorinnen und Autoren nicht mehr alle Nutzungsrechte an den Verlag abgeben müssen. Stattdessen werden durch die Vergabe einer Open-Access-konformen Lizenz die Modalitäten der Nachnutzung von Publikationen durch Dritte näher bestimmt. Durch die Einräumung von Nutzungsrechten über freie Lizenzen wird es Leserinnen und Lesern ermöglicht, die urheberrechtlich geschützten Inhalte nachzunutzen und weiterzuverwenden.
Informationen zu den weitverbreiteten Creative-Commons-Lizenzen (CC-Lizenzen) finden Sie unter: https://de.creativecommons.net oder im Info-Video "Creative-Commons-Lizenzen für Open Access" des Open Access Network.
Die Creative-Commons-Lizenz CC-BY schließt die kommerzielle Nutzung der Veröffentlichung unter Nennung der Urheberin oder des Urhebers mit ein. Dadurch wird eine Monopolstellung Einzelner verhindert und Autorinnen und Autoren behalten die volle Kontrolle über ihre Publikationen. Zudem maximieren sich durch eine CC-Lizenz Reichweite und Wirkung der Forschungsleistung. Nähere Informationen finde Sie unter https://deal-konsortium.de/warum-ccby.